Frag den OB Esslingen am Neckar
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Parkplätze Mittlere Beutau

15.07.2021 23:34 AnWohner fragt Jürgen Zieger 006

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Sie haben ja bereits beim vorherigen Post auf das Thema der Flächenverteilung im öffentlichen Raum hingewiesen. Besonders ist mir Ihr Satz "Es galt also eine Lösung zu finden, die die örtliche Situation, die Bedeutung der Straße sowie die Bedürfnisse vor Ort möglichst vereint." im Kopf geblieben. Ich versuche gerade zu verstehen, für welche örtliche Situation und für welche Bedürfnisse vor Ort hiermit eine Lösung gefunden wurde. Über Ihren netten Hinweis, sich einen Parkplatz zu mieten, musste ich schmunzeln. Ich wohne seit 7 Jahren hier und hatte noch nie die Chance auf einen Parkplatz, den ich nur allzu gerne anmieten würde. Es sind insgesamt 21 Parkplätze weggefallen. Die Anwohnerparkplätze ab der Turmstraße darf ich auch nicht nutzen, obwohl ich direkt da wohne. Helfen Sie mir auf die Sprünge: wie sieht hier nochmal die Lösung aus, die alle Bedürfnisse vereint? Ich sehe hier nur die Bedürfnisse des Durchgangsverkehrs (Bus und Fahrrad) beachtet, die Bedürfnisse von uns Anwohnern hat man hier wohl vergessen... 

Herzlichst 

2 Kommentare


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21.07.2021 16:00 ChristianMarek Unterstützt die Frage

Der Rad Verkehr in allen Ehren, aber vorhandene PKWs kann man schlecht in die Hosentasche stecken. Also ob die Situation nicht davor bereits schon mies gewesen - und während des Weihnachtsmarktes/ ehem.Zwiebelfestes/ oder ähnlicher Veranstaltungen faktisch aussichtslos gewesen wäre, dann bekommt man fast 2 Jahre die Einschränkungen der Baustelle zugemutet und nun das für gefühlt 200m Radweg.


Antwort des Oberbürgermeisters

Antwort:

12.08.2021 14:00 Jürgen Zieger antwortet den Teilnehmenden
 Jürgen Zieger

Jürgen Zieger

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

Ihre erneute Frage zu der Parksituation in der Mittleren Beutau beantworte ich Ihnen gerne. Neben den Bedürfnissen der Anwohner:innen, der Fußgänger:innen und des „fließenden Verkehrs“ haben wir verstärkt auch die Förderung alternativer Fortbewegungsmittel, wie das Rad, zu berücksichtigen. Die beste Lösung für alle Verkehrsteilnehmer vermag nicht unbedingt die beste Lösung für den Einzelnen sein. Die Stadt ist in der Verteilung der Flächen begrenzt. Deshalb können oder müssen sich örtliche Gegebenheiten, die über viele Jahre oder Jahrzehnte galten, manchmal auch ändern. 

Das Thema der Flächenverteilung im öffentlichen Straßenraum wird häufig sehr subjektiv und kontrovers diskutiert. Die verfügbaren Flächen sind jedoch endlich und der zur Verfügung stehende Raum ist durch die beidseitige Bebauung begrenzt. Es galt also eine Lösung zu finden, die die örtliche Situation, die Bedeutung der Straße sowie die Bedürfnisse vor Ort möglichst vereint. Dabei müssen wir städtebauliche Entwicklungen auch immer an gesamtgesellschaftliche Veränderungen anpassen. Dies führt auch für Anwohner wie in der Mittleren Beutau zu Veränderungen an der gewohnten Situation. 

Die Fertigstellung der Radverkehrsanlage, die einen wichtigen Teil der vom Gemeinderat beschlossenen Radkonzeption ist, hat zu einer Zunahme des Radverkehrs geführt. 
Eine Vielzahl der Anwohner der Stadtteile Rüdern, Sulzgries und Krummenacker sind während der Baustellenzeit auf das Rad umgestiegen und sind weiterhin nach Inbetriebnahme der sanierten Straße mit dem Fahrrad unterwegs.  Die jüngsten Verkehrszählungen, in der durchschnittlich mehr als 500 Radfahrer in diesem Abschnitt pro Tag erhoben worden sind, bestätigen die Notwendigkeit sowie Akzeptanz der vom Gemeinderat ganz bewusst und öffentlich beschlossenen Veränderung bei Nutzungsänderung im Straßenraum der Mittleren Beutau. Die Bausteine der Veränderungen hatte die Stadtverwaltung in den öffentlichen Ausschusssitzungen erläutert und danach auch frühzeitig vor Beginn der Sanierungsarbeiten in der Geiselbachstraße kommuniziert. 
 
Ich verstehe durchaus Ihre Kritik an der für Sie als Anwohner mit der Straßenumgestaltung erschwerten Parksituation in der Mittleren Beutau. Dennoch muss ich Sie um Verständnis für den getroffenen gemeinderätlichen Beschluss und die am Gemeinwohl orientierte Umgestaltung in der Mittleren Beutau bitten. Deshalb musste die seitherige Ausweisung der dortigen Stellplätze zugunsten anderer Anforderungen bei der Mobilität im öffentlichen Straßenraum entfallen.

Mit freundlichen Grüßen